Mit welchen Erwartungen sind wir in das neue Jahr gestartet? Was wird dieses neue Jahr bringen, wie werden wir es erleben?
Sicher haben wir alle zu Silvester gute Vorsätze gefasst, was wir im neuen Jahr ändern wollen. Der eine möchte gern mehr Sport treiben, der andere ein paar der über Weihnachten angelegten zusätzlichen Pfunde wieder los werden. Oder wieder ein anderer möchte auf der Karriereleiter einige Sprossen nach oben klettern. Unsere Wünsche und Vorsätze sind so vielfältig, wie es Menschen gibt. Jeder empfindet etwas anderes als wichtig.
Aber, um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, was erwarten wir tatsächlich für uns im neuen Jahr, jenseits unserer Wünsche und Vorsätze?
Der Monatsspruch dreht die Sicht um. Kein Wunsch, keine Prophetie, einfach das klare Gebot Gottes für unser Leben. Es ist gut, dass dieser Spruch über dem ersten Monat des neuen Jahres steht. Sozusagen wie ein Vorwort, eine Widmung für das, was kommen wird.
Dabei fällt mir auf, dass die Kraft als letztes genannt wird. Wir können die Nähe zu Gott nicht mit unserer Kraft schaffen oder erarbeiten, so gern wir das täten. Das Herz steht sicherlich für unser Leben selbst. Dort, im Zentrum, unserem Herz, sollen wir die Liebe zu Gott unserem Vater im Himmel verankern. Aber auch die Seele sollen wir mit einbeziehen. Auch sie ist wichtiger als unsere Leistung. In unserer Seele ist unsere innerste Verbindung zu Gott. Auch dort sollen wir ganz mit der Liebe zu Gott unserem Vater erfüllt sein. Wenn die Liebe zu Gott unsere Seele erfüllt hat, spüre wir inneren Frieden und eine innere Gelassenheit in allen Unruhen unserer Zeit. Und dann wird auch noch unsere Kraft genannt. Auch sie sollen wir einsetzen zur Ehre unseres Vaters im Himmel und zum Bau seiner Gemeinde hier auf der Erde.
Wenn es im neuen Jahr 2026 gelingt, uns dies immer wieder bewusst zu machen, braucht es uns nicht bange zu werden, was kommen mag. Wir können voller Vertrauen in das neue Jahr gehen. Unser Herr ist an unserer Seite! Damit relativiert sich die Priorität unserer Wünsche vom Silvesterabend. Wir leben in dieser Welt, die nicht perfekt ist und in der uns immer wieder auch Schwierigkeiten oder Krankheiten ratlos dastehen lassen. Aber, wenn in unserem Innersten die Liebe und das Vertrauen zu unserem Vater im Himmel da ist, wissen wir, dass er immer bei uns ist und uns trägt und leitet.
Diese Gewissheit wünsche ich uns allen für das neue Jahr 2026.
Gerhard Warnat