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Umkehr

Drei Sprecher/innen

 

Wie konnte das alles geschehen?

 

In unseren Kirchen haben wir erkannt, wie christliche Judenfeindschaft

mithalf, der Katastrophe den Weg zu bereiten. Unkenntnis und Vorurteile

haben dem Judenhass Nahrung gegeben und zu folgenschweren Irrtümern

geführt.

Wenn wir diese Irrwege erkennen, können wir umkehren und neue Wege

suchen.

 

Christen und Christinnen haben immer wieder geglaubt und gelehrt, Gott

habe sein Volk Israel verworfen und die Kirche sei an die Stelle Israels

getreten. Diese falsche Lehre hat sie hochmütig und überheblich gemacht.

Sie haben Juden gedemütigt, entrechtet, verfolgt, vertrieben und getötet.

 

Absagen wollen wir der falschen und bösen Rede, Gott habe sein Volk

Israel verworfen.

 

Wir glauben und bekennen: Israel ist und bleibt Gottes geliebtes und

erwähltes Volk. Wir Christen sind durch unseren Herrn Jesus Christus

‚Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen’ geworden – aus Gnade

hinzugekommen zum Glauben an den einen Gott, den Schöpfer aller

Menschen.

 

Christinnen und Christen haben immer wieder geglaubt und gelehrt, die

Juden seien verantwortlich für den Tod Jesu am Kreuz, seinen

‚Gottesmörder’. Diese böse Rede hat viel Leid über jüdische Männer,

Frauen und Kinder gebracht. Gerade in der Karwoche, wenn Christen des

Leidens und Sterbens ihres Herrn gedenken, wurden Juden verfolgt.

 

Absagen wollen wir der falschen und bösen Rede, die Juden seien kollektiv Schuld

am Tod Jesu.

 

Wir glauben und bekennen: Jesu Tod gehört wie seine Auferweckung zum

Heilshandeln Gottes und damit zum Geheimnis der Erlösung. Unser Herr

nahm mit Wissen und Willen sein Kreuz auf sich, wie geschrieben steht:

"Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am

Kreuz." (Philipper 2,8)

 

Christinnen und Christen haben immer wieder geglaubt und gelehrt, Gott,

wie er uns im Alten Testament begegnet, sei ein Gott der Rache und

Vergeltung, der Gott der Juden. Erst im Neuen Testament begegne uns

durch Jesus Christus der barmherzige Gott der Liebe.

 

Absagen wollen wir der falschen und bösen Rede, im Alten Testament

begegne uns nur ein Gott der Rache, im Neuen Testament aber der Gott der

Liebe.

 

Wir glauben und bekennen: Der Gott der Bibel ist ein Gott. Der Gott

Israels ist kein anderer Gott als der Vater Jesu Christi. Für die Menschen

aller Zeiten ist Er gerecht und barmherzig.

 

STILLE

 

Heiliger und barmherziger Gott, du Vater Jesu Christi,

wir haben Schuld auf uns geladen und versagt.

Wir rufen zu dir: Erbarme dich unser! Bewahre uns in deiner Treue!

Öffne uns die Augen für die Kraft deiner Berufung. Befreie uns durch

deinen Geist. Amen.


Losung für 21.05.2012

Der HERR, der gütig ist, wolle gnädig sein allen, die ihr Herz darauf richten, Gott zu suchen.