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            Hohndorfer Thesentür

 

 

Auf dieser Seite wollen wir Artikel der Hohndorfer Thesentür zum Nachlesen bereitstellen.

 

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Offener Brief vom 16.01.17 an den Kirchenvorstand der Kirchgemeinde Hohndorf

 

 

Liebe Brüder und Schwestern,
 

nach der Predigt des den Gottesdienst haltenden Pfarrers am 15.01.17 ergeben sich für mich grundlegende Fragen. Ich bitte um offenen und klare Antworten  (Bergpredigt, Matth. 5, 37 „Eure Rede sei Ja, ja, nein, nein. Was darüber ist, ist von Übel.“)

 

In der Predigt erklärte der Pfarrer anhand Joh. 4, 5-26 „die Frau am Brunnen“ sein Verständnis von Toleranz und dem Miteinander der Religionen, insbesondere vom Verhältnis zu den Muslimen in Deutschland.
Es folgte die Aussage, dass das Entscheidende die Anbetung im Geist und in der Wahrheit ist.


Welcher Geist und welche Wahrheit sind das? Beten wir, Christen und Muslime, zu demselben Gott?

 

Sicher kann ein Muslim mein Nächster sein. Doch wie erhält es sich mit dem Islam? Die EKD treibt den interreligiösen Dialog und Konsens voran. So setzt sich Heinrich Bedford-Strohm für das „House of One“ ein und legt das Kreuz am Tempelberg ab.
 

Pastor Latzel dagegen spricht vom Götzendienst und der aus Khartum stammende Pastor Fouad Adel spricht in diesem Zusammenhang vom „Kampf Satans um seinen Herrschaftsanspruch über die Menschen, also dem Kampf der Finsternis gegen das Licht“.
 

Wo stehen wir?

 

Zum Reformationsjubiläum gab die EKD eine neue Lutherbibel heraus. Der bisherige Missionsbefehl in Matth. 28,19 „machet zu Jüngern alle Völker“ ist nun wie folgt übersetzt: „Darum gehet hin und lehret alle Völker“. Ich kann nicht beurteilen, ob der Missionsbefehl nun richtig oder falsch wiedergegeben wird. Bedenklich ist jedoch der Eindruck, dass die EKD die Mission unter Muslimen zumindest teilweise ablehnt. Wie stehen wir dazu?

 

Matth. 19,4. „Er (Jesus Christus) antwortete aber und sprach zu ihnen. Habt ihr nicht gelesen, dass der im Anfang die Menschen gemacht hat, der machte, dass ein Mann und ein Weib sein sollte“. Mir liegt es fern, jemanden wegen seiner sexuellen Neigung oder Identität zu verurteilen. Auch ein Schwuler kann mein Nächster sein. Es ist jedoch etwas Anderes, Homosexuelle in priesterlichen Ämtern zu befürworten. Wie soll der schwule Pastor die Schöpfungsordnung vertreten? Wer soll uns lehren und unser Hirte sein?

 

In der Fürbitte wurde besonders für den Schutz der Familien gebetet, da diese heute besonders angegriffen werden. Die aktuelle Genderbewegung steht dazu im Wiederspruch. Die EKD steht dieser Modernisierung aufgeschlossen gegenüber. Wie stehen wir dazu?

 

Wir erleben derzeit die größte Christenverfolgung weltweit. Die EKD ist seltsam sprachlos.
Kein großer Aufschrei oder –ruf. Geld und Einfluss sind eigentlich da. Wir lassen die Wölfe ins Land und die Schafe draußen sterben. Und das ohne Not. Wird es ein neues Schuldbekenntnis geben? Wie stehen wir dazu?

 

Seit 1983 lebe ich in Hohndorf. Am 13. Juni 2010 habe ich mich taufen lassen. Das ist der wichtigste Tag in meinem Leben. Ich habe hier in der Gemeinde ein Zuhause gefunden. Jetzt frage ich mich, ob ich bleiben kann.

 

Steffen Tiesies

 


 

Stellungnahme zum offenen Brief von Steffen Tiesies

 

Beten wir als Christen und Muslime den gleichen Gott an, wie gehen wir mit muslemischen Flüchtlingen um?

Diese Frage kann nach meiner Überzeugung kein Mensch wissen. Nur Gott selbst wird das entscheiden.

 

Für mich persönlich kann ich nicht erkennen, dass das für Christen und Muslime zutrifft, sonst wären die Aussagen Jesu nach meiner Überzeugung in der Bibel allesamt falsch. Aber ich weiß auch, dass Gott größer ist, als mein Verständnis und meine Vorstellungen.

 

Kern meiner Überzeugung ist der Satz Jesu (Joh. 14, 6)

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Das ist für mich Basis und Fundament meines Glaubens.

 

Meine Stellung zu den islamischen Flüchtlingen ist deshalb nicht biblisch zu begründen.

Nach meiner Überzeugung ist der Islam, als Religion an sich, darauf aus, die Weltherrschaft an sich zu reißen und das Christentum auszumerzen.

Meiner persönlichen Meinung nach, sollten Menschen, die als Flüchtlinge und Hilfsbedürftige zu uns kommen unterstützt werden, ganz gleich woher sie kommen und was sie glauben.

 

Wenn sie wirklich vor Not und Elend fliehen, werden sie dankbar unsere Unterstützung annehmen und versuchen, sich unserer Lebensumgebung anzupassen, ohne ihre eigene Identität aufzugeben.

Das bedeutet für mich auch, dass sie ihren Glauben weiterleben können müssen.

 

Ich erwarte aber, dass ein Flüchtling nicht versucht, dem Helfenden zu betrügen, indem zum Beispiel mit mehrfachen Identitäten einfach auch mehrfach Geld bezogen wird, Gewalt (auch gegen andersgläubige Flüchtlinge) ausgeübt wird oder mit irgendwelchen kriminellen Aktivitäten unser Gemeinwesen gestört bzw. zerstört wird. Solche „Flüchtlinge“ gehören für mich sofort abgeschoben bzw. in das Land zurückgeschickt, aus dem sie nach Deutschland gekommen sind.

 

Zum Ablegen des Kreuzes durch Bischof Bedford-Strohm fehlen mir die Worte. Ich bin fassungslos, dass ein hochrangiger Vertreter meiner, unserer Kirche sein Kreuz ablegt, um nicht Anstoß zu erregen. In der Bibel steht dazu „Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“ (Lukas 9,23) Mehr ist dazu nicht zu sagen.  

 

Aber, und da komme ich zu einem weiteren Punkt, wie mit Schwulen und Lesben in unserer Kirche umgehen?

Dazu kann ich nichts letztgültiges sagen. Ich weiß nicht, ob ein schwuler Mann oder eine lesbisch veranlagte Frau zwingend in ein kirchliches Amt eintreten muss. Das sagt ja aber nichts generelles zu schwulen und lesbisch veranlagten Menschen, woher diese Veranlagung auch kommen mag. Ich möchte diese Menschen nicht verurteilen, sie sind auch Gottes Kinder.

 

Fazit: Irgendjemand hat einmal gesagt, „Gott schreibt auch auf krummen Linien gerade.“ Das gilt für mich auch für unsere Kirche.

Solange die Kirche hier in dieser Welt von sündigen Menschen gebaut wird, wird es zwangsläufig auch Sünde und Fehler in ihr geben. Wir sollten jeder den Balken im eigenen Auge entdecken und unsere eigene Schuld ans Kreuz bringen.

 

Gerhard Warnat


Losung für 25.04.2017

Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend.