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Lutherkirche Hohndorf

 

Die Lutherkirche steht auf einer Anhöhe in der Mitte des Ortes. Sie ist die erste Kirche in Hohndorf. Vorher gehörte Hohndorf zur Rödlitzer und später zur Lichtensteiner Kirchgemeinde. Mit Beginn des Steinkohlebergbaus wuchs die Bevölkerungszahl Hohndorfs rasch an., das Dorf blühte auf. 1889 trennte man sich von Lichtenstein und gründete eine eigene Kirchgemeinde. Noch im selben Jahr beschloss der Kirchenvorstand den Bau eines Gotteshauses. Für die freistehende Hallenkirche im neugotischen Stil, die weit über die Dorfgrenzen hinaus zu sehen ist, legte man am 24. Oktober 1889 den Grundstein. Der Projektant der Kirches war der  Architekt Christian Schramm aus Dresden. Von ihm wurden u.a. auch das Pfarrhaus und die Schule in Hohndorf, sowie die Kirche in Dorfchemnitz, die man die kleine Schwester der Hohndorfer Kirche nennt, projektiert. Der Bau der großen Kirche, in der 750 Besucher Platz finden, ging zügig voran. Bereits am 14. Februar 1892 konnte das neue Gotteshaus, dem man den Namen des Reformators verliehen hatte, feierlich geweiht werden.



Foto Kirche Hohndorf 1894

Zum Haupteingang des roten Backsteingebäudes führt eine große Freitreppe. Rechts und links über dem Haupteingang befinden sich die Standbilder von Martin Luther und Philipp Melanchton. Diese Standbilder aus Sandstein stammen aus der Bildhauerwerkstatt Otto Riedel aus Hohenstein und wurden von Emil Mende nach einer Vorlage aus Worms gearbeitet. Ihre Weihe erfolgte am 31.10.1917, anläßlich der 400-Jahrfeier der Reformation.

 

Durch den Haupteingang gelangt man in einen Vorraum. Links an der Wand des Vorraums befindet sich eine Gedenktafel für Kriegsopfer. Diese Tafel und der dazugehörige Kerzenständer wurden von Dora und Hubert Kleemann-Email aus Gosen bei Berlin gefertigt.

 

Vom Vorraum führt eine Tür in das Kirchenschiff. Nach dem Betreten des Kirchenschiffs ist man beeindruckt von der Größe der Lutherkirche, dem wunderschönen Deckengewölbe und den herrlichen Buntglasfenstern.Das Gotteshaus wurde ohne freistehende Pfeiler errichtet. Die roten Gewölbebogen aus Ziegel sind ein schöner Kontrast zu den weißen Wänden.

Die eingeschossige Empore, mit ihrer in dunklem Holz gehaltenen und mit Schnitzerei verzierten Brüstung rundet das Gesamtbild ab. Die Felder der Emporenbrüstung sind mit Blütenmotiven verziert.

Die Orgelempore wird von einem, auf vier Säulen ruhendem, Unterbau getragen.

Der Blick wandert zum Altarraum, den ein muschelförmiges Gewölbe überspannt.

 

Zwischen den Gebäuderippen befinden sich handgemalte Buntglasfenster mit biblischen Motiven.

Sie wurden, wie alle übrigen Fenster in der Lutherkirche, 1891 von Bruno Urban, Institut für Glasmalerei und Kunstglaserei, Dresden geschaffen. Am 07. Oktober 1944 fielen diese kostbaren Fenster einem Bombenangriff zum Opfer. Zu ihrer Wiederherstellung gewährten mehrere Hohndorfer Bürger der Kirchgemeinde ein kurzfristiges Darlehen. Von 1991 – 1997 fand erneut eine Restaurierung der Kirchenfenster statt.

 

Der Altar trägt einen geschnitzten gotischen Aufsatz. Dieser dreigeteilte Altaraufsatz stammt von einem Dresdner Künstler. Die geschnitzten Darstellungen haben Symbolcharakter. In der Mitte finden Sie das Opferlamm, links Ähren und Rosen und rechts eine Weintraube. Ein Kruzifix auf dem Mittelteil des Aufsatzes bildet den oberen Altarabschluss.

Der Altartisch aus Sandstein ruht auf zwei schwarzen Marmorsäulen. In der gleichen Art wurden auch der Taufstein und der Sockel der Kanzel gefertigt. An der Vorderseite, des aus dunklem Holz gefertigten Kanzelkorbs, ist in schöner Schnitzerei Jesus Christus dargestellt.

 

Auch das Lesepult und das Kirchengestühl sind in dunkelbraun gehalten. Der Raum und die Ausstattung bilden eine wunderbare Einheit, zu der auch die Orgel mit ihrem Orgelprospekt im gotischen Stil gehört. Sie wurde 1892 von der Orgelbaufirma Eule in Bautzen gefertigt.

1917 mussten 29 Orgelpfeifen für Rüstungszwecke abgeliefert werden. Als Ersatz wurden Zinkpfeifen mit Aluminium – Bronze Belag eingebaut. 1928 ließ man die Orgel von der Herstellerfirma wieder umbauen, dabei erfolgte eine Umstellung von mechanischer auf pneumatische Traktur. Am 09.12.1928 war ihre feierliche Weihe. 1961 wurde wieder eine Orgelerneuerung erforderlich. Auch sie führte die Firma Eule aus Bautzen aus. Danach gab es nur noch kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten.

 

Die Hohndorfer Lutherkirche, die seit dem 30.05.1985 unter Denkmalschutz steht, befindet sich in sehr gutem Zustand. Um das zu erreichen waren immer wieder große und kleine Baumaßnahmen erforderlich, die viel Kraft und Geld kosteten. Dazu zeigten die Hohndorfer Gemeindeglieder eine große Spendenbereitschaft. Außerdem wurden viele freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Die letzte umfangreiche Innenrenovierung erfolgte 1991/1992. Sie wurde bis zum 100-jährigen Kirchenjubiläum abgeschlossen.

 

 

Wenn über die Kirche berichtet wird, dürfen die Glocken nicht vergessen werden.

Die ersten Glocken der Lutherkirche wurden von der Firma Albert Bierling aus Dresden gegossen. Das Bronzegeläut klang in den Tönen: des, f und as. Am 14. September 1891 wurde es geweiht.

1917 mußten die große und die mittlere Glocke für Kriegszwecke abgegeben werden.

1925 ließ man von der Firma Bruno Pietzel aus Dresden ein neues Geläut mit vier Glocken gießen. Die Weihe erfolgte am 12. Juli 1925. Aber auch von diesem Bronzegeläut fielen 1940 drei Glocken dem Krieg zum Opfer. Übrig blieb wieder nur die kleine Glocke aus dem ersten Geläut. Sie hat einen besonderen klanglichen und historischen Wert.

1955 kaufte man drei Eisenhartgussglocken. Hergestellt wurden sie von der Firma Schilling & Lattermann in Apolda. Am 12. Juni 1955 war ihre feierliche Weihe.

 

Die schweren Hartgusseisenglocken gefährdeten je länger umso mehr beim Schwingen das Turmmauerwerk. In den Jahren 2004/2005 durfte schließlich nur noch mit einer Glocke geläutet werden. Auch der eiserne Glockenstuhl mit seiner Verankerung im Mauerwerk entsprach nicht mehr den Anforderungen der baulichen Sicherheit. So musste ein neuer, hölzerner Glockenstuhl gebaut und die Eisenhartguss- durch Bronzeglocken ersetzt werden. (Bilder der Abnahme in der Bildergalerie)

2006 konnte unter großer Beteiligung der Hohndorfer Einwohner das neue Geläut geweiht werden. Die neuen Bronzeglocken verminderten das Gewicht um mehr als die Hälfte.

Die Glocken klingen in den Tönen f', b',c'' und as'. 

 

Die nicht mehr benötigten Eisenhartgussglocken fanden einen würdigen Ruheplatz auf dem Friedhof.

 

Hier befindet sich ein Überblick über die Inschriften der Hohndorfer Glocken (soweit bekannt), Tonlage und Gewicht.


Losung für 10.12.2018

Ich will dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.