Kirche - Hohndorf

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Gedanken zum Monatsspruch Juli 2026

„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“

Amos 5,24

 

 

Der Prophet Amos lebte ca. 800 Jahre vor Christus. Er lebte im Südreich Juda in Tekoa, einem Ort etwas südlich von Jerusalem und arbeitete als Hirte und Bauer.

Er wurde von Gott direkt bei seiner täglichen Arbeit berufen und in das nördliche Königreich Israel

geschickt, um dort als Prophet aufzutreten. Zu seiner Zeit stand das Nordreich in voller wirtschaftlicher Blüte. Das Volk feierte große religiöse Feste und Gottesdienste. Man opferte vor allem öffentlich und dabei am besten reichlich, so dass es auch wirklich jeder sehen kann. Ein wunderbares religiöses Treiben. Aber gleichzeitig gibt es überall soziale Ungerechtigkeit, Korruption und Ausbeutung der Ärmsten.

Das kommt Ihnen irgendwie bekannt vor?

Gott distanziert sich in den vorherigen Versen 21-23 scharf von diesen religiösen Auswüchsen. Um es genauer zu sagen, Gott hat nichts gegen das Feiern und das Begehen von Festen. Solche Ereignisse werden uns quer durch die Bibel immer wieder geschildert und sind oft auch Teil der Gleichnisse,

die uns Jesus gelehrt hat. Wenn aber ohne jede Nächstenliebe gefeiert wird, wenn unsere Religion, wenn unsere Kirche, wenn unsere Gemeinde, wenn wir selbst, wenn ich, schon allein durch Schweigen dazu beitragen, dass Ausbeutung und Ungerechtigkeit Einzug halten, wenn geltendes Recht und vor allem Gottes Wille verdreht, verfälscht oder gar verspottet werden, dann ist das unserem Gott ein Gräuel.

Recht und soziale Gerechtigkeit waren damals wie heute scheinbar extrem unpopulär. Wie wurde damals mit den offenbar Schwächsten in der Gesellschaft umgegangen, wie sieht die Sache heute aus?

Wie gehen wir mit Kranken, mit Schwachen, mit „Alt“ gewordenen, wie gehen wir mit Witwen, Waisen und hilfsbedürftigen Menschen oder Flüchtlingen um? Reicht eine großzügige Spende? Reicht es, einfach nur wegzuschauen? Reicht es, einfach nichts zu sagen und nichts zu tun?

Damals schickte Gott den Propheten Amos zu seinem Volk ins Nordreich. Er hatte es nicht leicht. Das Volk ignorierte im Großen und Ganzen seine prophetischen Worte, im Übrigen mit allen aus der Schrift bekannten Folgen, bis hin zum eigenen Untergang. Heute hat er uns neben der Bibel als seinem Wort vor allem seinen Heiligen Geist gesandt.

Zur Lehre und Korrektur, zur Ermahnung, zur Warnung, zur Erkenntnis seines Willens und auch zu unserer Erbauung. Wie gehen wir heute als Gesellschaft mit derartigen Ansagen und Kritik um?

Welche Rolle spielt bei uns die Doppelmoral, wenn vermeintlich frommer Glaube und gleichzeitig gesellschaftliches Unrecht nebeneinander existieren.

Gott ruft auch heute noch dazu auf, dem eigenen Glauben auch konkretes und gerechtes Handeln im Alltag folgen zu lassen.

Klar, auf die Weltpolitik haben wir scheinbar nur durch das Bitten im Gebet Einfluss. Aber im kleinen eigenen Universum, in der Familie, am Arbeitsplatz, bei Hobby und Freizeit und vor allem unserem

Nächsten gegenüber können wir dem Wort Gottes auch Taten folgen lassen.

An einem Hohndorfer Carport steht seit Jahren der Spruch: „Der Frieden fängt im Kleinen an.“

Und damit zurück zum Monatsspruch. Das Bild des lebendigen Wassers als Recht und Gerechtigkeit, welches in Form von zunächst nur wenigen Tropfen im Kleinen, aber stetig wachsenden und sprudelnden Bächen, später vielleicht Flüssen und noch später Strömen hinein in vermeintlich ausgetrocknete Regionen, oder im übertragenen Sinne in unsere Gesellschaft fließen, das sollte unser

Anspruch, unser Ansporn und unsere Freude in Jesus Christus sein.

So wünsche ich Euch/Ihnen eine segensreiche Sommerzeit und Urlaubszeit voller Begegnungen und die Leidenschaft als Kinder Gottes, gemeinsam unterwegs zu sein in seinem Reich.

Wir alle sind gesegnet in Jesus Christus.

LG Andy Neubert

Rüstzeiten

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